Indien | Reisebericht - Tipps - Informationen:
Kanchenjunga / West-Sikkim
Singalila Nationalpark

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Kanchenjunga / West-Sikkim


Auszüge aus dem Reisetagebuch

Ganz aufgeregt gucke ich am Morgen nach Norden und sehe tatsächlich das erste Mal richtig nah und deutlich die eisbedeckten Gletscherberge des östlichen Himalaya. Vor uns befinden sich der Achttausender Kanchenjunga und seine Nachbarberge, allesamt gut 7000 m hoch. Der „Kanch“, wie er im Volksmund abgekürzt heißt, ist unglaublich massiv, besteht er doch aus insgesamt fünf Gipfeln. Für die Einheimischen verkörpern sie jeweils ein Tier: Löwe, Pferd, Elefant, Tiger und Garuda. 

Von Tshoka bis Dzongri sind es 1000 Höhenmeter. Wir wandern früh am morgen los und kommen zu unserer Überraschung bereits nach 4 Stunden an. Dzongri ist weder ein Dorf, noch eine Hütte. Man könnte Dzongri am ehesten als eine Hochebene beschreiben auf der sich mehrere Trekking- aber auch Yakhütten befinden. Hier in 4000 m Höhe wachsen nur noch niedrige Büsche. Rhododendren sind nur noch Zwerg-Rhododendren, die erst im Juli blühen, also mitten in der Regenzeit. Schade, Wanderer kommen dann nicht in den Genuss, durch die üppige Blütenvielfalt zu wandern.

Unsere Hütte besteht aus zwei Räumen. Im einen Raum schlafen Esther und ich und unser Guide Dipen, alle auf dem Boden. Im anderen Raum wird auf dem Boden gekocht und der Rest der Mannschaft schläft hier. Der Boden ist aus Holz, die Wände der Hütte aus Stein. Ein Fenster mit zerbrochenem Glas ist notdürftig mit Plastikfolie geflickt. Die Toilette ist um die Ecke, bzw. der beste Platz in geruchssicherer Entfernung zur Hütte bei gleichzeitig atemberaubenden Weitblick.
In der Nacht ist es sehr, sehr kalt! Die Anstrengung in dieser Höhe beim Herausschälen aus dem Schlafsack, da voll bekleidet in mehreren dicken Schichten, hindert mich daran, mitten in der Nacht noch mehr anziehen zu wollen. In den ersten Stunden der Nacht bringen wenigstens unsere beiden Wärmflaschen etwas Wärme. Beide haben wir eine Baby-Wärmflasche im Schlafsack sowie eine mit Heißwasser gefüllte Sigg-Flasche. Das Wasser der Trinkflasche ist abgekühlt das Trinkwasser für die Wanderung des nächsten Tages. Prima Idee.

Von Thangsing aus reicht es noch zu einer Tagestour. Ziel ist der 4300 m hoch gelegene Samiti-Lake. Hinter dem türkis schimmernden See steige ich weiter Richtung Gocha La, auf dessen Besteigung ich verzichte. Etwa 200 Meter oberhalb des Sees stehe ich am Fuße des Pandim. Dieser eindrucksvolle Gipfel ist gerade mal 6691 m hoch, steht aber sehr für sich und ist daher ständig in unserem Blickfeld. 

Allgemeine Informationen:

Charakter: relativ gemütliche Wanderung durch Rhododendron-Wald und über Hochebenen, zwischen 1780 und 4500 m gelegen; durch die Höhe kann das Wandern dennoch sehr anstrengend sein; von vielen Punkten phantastische Sicht auf den östlichen Himalaya mit dem dritthöchsten Berg der Erde, dem Kanchenjunga (8586 m)

Wanderroute mit sieben Übernachtungen: Ausgangspunkt Yoksum - Bakhim - Tshoka - Dzongri (zwei Übernachtungen) - Thangsing - Kokshurong - Tshoka - Endpunkt Yoksum

Lodges: Die Wanderhütten sind einfach bis spartanisch. Meistens haben wir auf dem Holzfußboden geschlafen und gegessen. Toiletten gibt es nur manchmal, dann meist als übervolle Plumpsklos. Mit der Dunkelheit kommt die Kälte. In Yoksum und in einigen anderen Orten gibt es nette Hotels mit deutlich mehr Komfort als in den Trekkers-Huts. 

ÖPNV: Im nördlichen West-Bengalen und in Sikkim fährt man am Besten mit dem Jeep. Ein Sammel-Jeep ist sehr günstig. Ein gewisser Nachteil ist, dass es erst fährt, wenn alle Plätze besetzt sind und man extrem eng sitzt. Natürlich kann man sich auch als Kleingruppe einen Jeep organisieren, wenn man bereit ist, entsprechend mehr zu bezahlen. 

Besonderheiten: Vor- und nach der Wanderwoche waren wir in Darjeeling (im indischen Bundesstaat West-Bengalen) und Umgebung. Auf dem Weg von und nach Darjeeling haben wir uns die wunderschönen buddhistischen Klöster Pemayangste und Tashiding angeguckt sowie einige kleinere Klöster.

Sikkim hat viele Ähnlichkeiten mit Nepal. Die spektakuläre Natur, die Bevölkerung, die Religion und die Infrastruktur unterscheiden sich kaum vom Nachbarland. Allerdings sind die Voraussetzungen für Reisen in Sikkim deutlich komplizierter. Da der jüngste indische Bundesstaat an Tibet und damit offiziell an China grenzt, sind weite Teile des Landes für Ausländer gesperrt. Es ist vorgeschrieben, dass zusammen mit dem indischen Visum ein "Special Permit" für Sikkim beantragt wird (kostet nichts extra). Wanderungen sind nur geführt erlaubt und dafür muss wiederum eine anerkannte Agentur beauftragt werden. Für die oben beschriebene Wanderregion benötigt man dann eine weitere Erlaubnis. Diese wird von der Trekking-Agentur organisiert. Pro Person pro Tag ist mit € 35.- bis € 50,- zu rechnen. Dies beinhaltet Löhne für das gesamte Team (Führer, Koch, Küchenhelfer, Tiertreiber und Träger), Unterkünfte und Lebensmittel für alle sowie sämtliche Gebühren.

Über meine beiden Indien-Reise habe ich einen ausführlichen Bericht geschrieben, den ich gerne per e-mail verschicke.

Adressen:
Wir sind mit der kleinen Agentur von Palden Lepcha aus Darjeeling gewandert. E-mail: lepchapalden@hotmail.com
Das  Dekeling-Hotel in Darjeeling liegt zentral, hat schöne Zimmer mit Aussicht, einen sehr guten Service und ist daher sehr zu empfehlen. Ebenso die beiden Restaurants im Hause. Internet: www.dekeling.com

Reise- und Wanderführer:
India  - Rough Guides 
Trekking in the Indian Himalya - Lonely Planet
Reiseführer Natur - Nepal, Sikkim und Bhutan - BLV-Verlag

Ergänzende Literatur:
Birds of India and Nepal - New Holland
Buddhismus Schnellkurs - Dumont
Arundhati Roy: Der Gott der kleinen Dinge
Alice Grünfelder: Himalaya - Menschen und Mythen
Jürgen Winkler: Himalaya und Karakorum - Bildband - Bruckmann
GeoSpecial - Himalaya
Sir Edmund Hillary: View from the Summit
Göran Kropp: Allein auf dem Everest
Cathy O'Dowd: Aus Liebe zum Berg
John Krakauer: Into thin Air
Anatoli Boukreev: Der Gipfel 
Lene Gammelgaard: Die letzte Herausforderung 
James Scott: Solange ich atme, hoffe ich

Stand: April 2005

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Singalila Nationalpark

Auszüge aus dem Reisetagebuch

Am Ortseingang von Maneybanjang ist auf der linken Seite ein Büro zur Registrierung all derer, die hier wandern möchten. In ein großes Buch werden unsere Reisepass- und Visadaten eingetragen. Auf der anderen Seite ist das Büro der „Society for Highlander Guides und Porters Welfare Association“. Hier wird uns ein Guide vermittelt. Wir sind verpflichtet, mit einem Guide zu wandern, so will es die Regierung.

Mingma, unseren Guide, dabei zu haben ist gut. Er ist sehr nett und aufmerksam und er weiß genau, wo wir uns bei den Kontrollposten der indischen bzw. nepalesischen Regierung melden müssen. Der Einsatz im Grenzgebiet ist für die Soldaten offensichtlich ziemlich langweilig. So erscheint der Eintrag unserer Daten in ein großes Buch eine willkommene Abwechslung zu sein. Da nicht alle Soldaten des Lesens und Schreibens sicher sind, kommt es zu einigen kuriosen Situationen. Häufig werden nur unsere beiden Vornamen eingetragen. Ulrike Anne ist also gewandert.

Um 5:30 Uhr werden wir geweckt. Nur wenige Schritte von der Lodge in Tumling entfernt erwartet uns ein großartiger Anblick auf den Kanchenjunga. Wenig später können wir in der Ferne sogar Mt. Everest, Lhotse und Makalu sehen. Hier im Osten von Nepal sowie an der Grenze zu Indien stehen vier der höchsten Berge der Erde. Wir sind ihnen ziemlich nah, für mich ein ganz besonderer Moment.

Allgemeine Informationen:

Charakter: gemütliche Wanderung durch Rhododendron- und Magnolienwälder und knapp darüber hinaus, zwischen 2100 und 3700m m gelegen; durch die Höhe und das Tragens des Rucksacks in der dünnen Luft kann das Wandern dennoch anstrengend sein; vom höchsten Punkt in Sandakpu bei gutem Wetter grandiose Sicht auf den östlichen Himalaya mit vier der höchsten Gipfel der Erde

Wanderroute mit fünf Übernachtungen: Ausgangspunkt Maneybanjang - Tumling – Kalipokri – Sandakphu (2 Nächte) – Ramam - Endpunkt Rimbik

Lodges: nette familiär geführte Unterkünfte mit einfachen Zimmern; deutlich mehr Komfort als in den Hütten in Sikkim 

ÖPNV: von Darjeeling nach Maneybanjang und zurück ab Rimbik mit dem Sammel-Jeep, einem privaten Taxi oder mit dem Bus

Besonderheiten: Den Guide muss man nicht im Voraus buchen. Auch Träger sind über das o.g. Büro in Maneybanjang zu bekommen.

Reise- und Wanderführer :
India  - Rough Guides 
Trekking in the Indian Himalya - Lonely Planet
Reiseführer Natur - Nepal, Sikkim und Bhutan - BLV-Verlag

Ergänzende Literatur:
Birds of India and Nepal - New Holland
Buddhismus Schnellkurs - Dumont
Arundhati Roy: Der Gott der kleinen Dinge
Alice Grünfelder: Himalaya - Menschen und Mythen
Jürgen Winkler: Himalaya und Karakorum - Bildband - Bruckmann
GeoSpecial - Himalaya
Sir Edmund Hillary: View from the Summit
Göran Kropp: Allein auf dem Everest
Cathy O'Dowd: Aus Liebe zum Berg
John Krakauer: Into thin Air 
Anatoli Boukreev: Der Gipfel 
Lene Gammelgaard: Die letzte Herausforderung 
James Scott: Solange ich atme, hoffe ich 


Stand: Oktober 2007


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