Lillehammer - Rondane - Stien
Auszüge aus dem Reisetagebuch
Das Wetter schien durchwachsen und in der Hoffnung, dass es mit dem Regen erträglich werden würde, gingen Johannes und ich los. Eine kleine Passstraße galt es zu überqueren, anschließend ging der Weg wie gewohnt über kleine Gipfel, kaum wahrnehmbare Pässe und vor allem durch Moor, welches durch den teilweise heftigen Regen der letzten Wochen wie ein Schwamm vollgesogen war. An einem Fluss mit einer Hängebrücke machten wir eine ausgiebige Pause, denn es schien auf einmal die Sonne. Ansonsten gab es zwei Flussdurchquerungen, wie gewohnt in Sandalen, sowie erneut Regen.
Wir schliefen lange. Ein spätes Frühstück wurde zum Brunch und es fiel uns nicht schwer zu entscheiden, dass wir heute hier bleiben würden. Die Hütte in Vetabua ist einfach zu schnuckelig und wir sind alleine hier. Welch ein Luxus. Ein Hüttchen in der norwegischen Wildnis, sehr gemütlich eingerichtet mit ausreichend Holz und Wasser. Wir bleiben drei Nächte und genießen die Ruhe.
Bei diesem Regen und der geringen Sicht macht das Wandern nun wirklich keinen großen Spaß. Glücklicherweise hatten wir nur eine Stunde Weg bis zur Staatsstraße, die nach Ringebu führt und die wir möglichst schnell per Anhalter verlassen wollten. So richtig viele Autos kamen allerdings nicht. Dafür fuhr nach nicht einmal 10 Minuten ein öffentlicher Bus vorbei, dessen Fahrer anhielt und uns freundlich mitnahm. Auf Nachfrage erklärte er, dass er zweimal täglich diese Strecke fahren würde und auch ohne Haltestelle anhalten würde, insofern die Stelle überschaubar sei. Glück gehabt!
Allgemeine Informationen:
Charakter: Wanderung überwiegend durch das Hochmoor mit langen Etappen (20 km und mehr), jedoch geringen Höhenunterschieden (300 m und weniger pro Tag). Route zwischen 900 und 1300 m gelegen.
Wanderroute mit sieben Übernachtungen: Ausgangspunkt Nordsaeter - Pellestova - Djupslia - Vetabua - Jammerdalsbu - Grahogdbu - Endpunkt Staatsstraße 27 am Myvatnet
Hütten: DNT-Hütten (Den Norske Turistforening) - Selbstversorger-Hütten mit Etagenbetten, vollständig eingerichteter Küche mit Gas-Herd, Holz für den Kamin bzw. Ofen, Speisekammer mit Vorräten und Brunnen. Eine Person muss Mitglied im DNT werden, da der Schlüssel (passt in alle norwegischen DNT-Hütten) nur an Mitglieder herausgegeben wird. Eine Mitgliedschaft lohnt sich ab einer Woche jedoch für alle, da dann die Übernachtungsgebühr deutlich günstiger ist. Die Bezahlung (auch die der Lebensmittel) erfolgt auf Vertrauensbasis in einem vorbereiteten Briefumschlag. Es lohnt sich, Lebensmittel teilweise selbst mitzunehmen, da die Vorräte nicht immer vollständig sind, teilweise nur in Dosen verfügbar und alles recht teuer ist.
ÖPNV: Gute Verbindungen von Oslo nach Lillehammer und Nordsaeter bzw. zurück nach Ringebu und Oslo, trampen möglich.
Besonderheiten: Der Lillehammer-Rondane-Stien geht noch zwei Tage weiter direkt an den Fuß des Rondane-Nationalparks mit seinen über 2000 m hohen schneebedeckten Bergen. Das Ende befindet sich im Ort Mysuseter. Dort wollten wir ursprünglich hin.
Parallel zum Lillehammer-Rondane-Stien (und viele weitere Kilometer Richtung Norden) verläuft die berühmte Troll-Loipe, eine offensichtlich wunderschöne Wintertour. Dann sind die Hütten in der Regel auch gut belegt.
Die Stadt Oslo bietet entweder am Anfang oder am Ende einer Reise nach Norwegen vielfältige kulturelle Möglichkeiten. Insbesondere die Museumshalbinsel Bygdoy mit dem Polarschiff Fram, dem Floß Kon Tiki und dem Papyrus-Boot Ra des Norwegers Thor Heyerdal sowie einem Wikinger-Museum und vielen weiteren Sehenswürdigkeiten ist sehr lohnenswert.
Adressen:
Den Norske Turistforening - Storgata 3 - Oslo (5 Minuten vom Hauptbahnhof entfernt)
www.turistforeningen.no - email: info@turistforeningen.no
Reise- und Wanderführer - Land- und Wanderkarten:
Norwegen - Michael-Müller-Verlag
Norwegen Süd - Die schönsten Tal- und Höhenwanderungen - Rother Wanderführer
Landkarte Skandinavien 1: 1 000 000 - Kümmerly+Frey
Wanderkarte 1:50 000 Oyer-Lillemammer
Wanderkarte 1:50 000 Ringebu
Wanderkarte 1:50 000 Rondane Sor
Ergänzende Literatur:
Thor Heyerdal: Kon Tiki
Jostein Gaarder: Hallo, ist da jemand?
Erik Fosnes Hansen: Choral am Ende der Reise
Alan Gurney: Der weiße Kontinent
Stand: Juli 2004
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Auszüge aus dem Reisetagebuch
Das Wetter schien durchwachsen und in der Hoffnung, dass es mit dem Regen erträglich werden würde, gingen Johannes und ich los. Eine kleine Passstraße galt es zu überqueren, anschließend ging der Weg wie gewohnt über kleine Gipfel, kaum wahrnehmbare Pässe und vor allem durch Moor, welches durch den teilweise heftigen Regen der letzten Wochen wie ein Schwamm vollgesogen war. An einem Fluss mit einer Hängebrücke machten wir eine ausgiebige Pause, denn es schien auf einmal die Sonne. Ansonsten gab es zwei Flussdurchquerungen, wie gewohnt in Sandalen, sowie erneut Regen.
Wir schliefen lange. Ein spätes Frühstück wurde zum Brunch und es fiel uns nicht schwer zu entscheiden, dass wir heute hier bleiben würden. Die Hütte in Vetabua ist einfach zu schnuckelig und wir sind alleine hier. Welch ein Luxus. Ein Hüttchen in der norwegischen Wildnis, sehr gemütlich eingerichtet mit ausreichend Holz und Wasser. Wir bleiben drei Nächte und genießen die Ruhe.
Bei diesem Regen und der geringen Sicht macht das Wandern nun wirklich keinen großen Spaß. Glücklicherweise hatten wir nur eine Stunde Weg bis zur Staatsstraße, die nach Ringebu führt und die wir möglichst schnell per Anhalter verlassen wollten. So richtig viele Autos kamen allerdings nicht. Dafür fuhr nach nicht einmal 10 Minuten ein öffentlicher Bus vorbei, dessen Fahrer anhielt und uns freundlich mitnahm. Auf Nachfrage erklärte er, dass er zweimal täglich diese Strecke fahren würde und auch ohne Haltestelle anhalten würde, insofern die Stelle überschaubar sei. Glück gehabt!
Allgemeine Informationen:
Charakter: Wanderung überwiegend durch das Hochmoor mit langen Etappen (20 km und mehr), jedoch geringen Höhenunterschieden (300 m und weniger pro Tag). Route zwischen 900 und 1300 m gelegen.
Wanderroute mit sieben Übernachtungen: Ausgangspunkt Nordsaeter - Pellestova - Djupslia - Vetabua - Jammerdalsbu - Grahogdbu - Endpunkt Staatsstraße 27 am Myvatnet
Hütten: DNT-Hütten (Den Norske Turistforening) - Selbstversorger-Hütten mit Etagenbetten, vollständig eingerichteter Küche mit Gas-Herd, Holz für den Kamin bzw. Ofen, Speisekammer mit Vorräten und Brunnen. Eine Person muss Mitglied im DNT werden, da der Schlüssel (passt in alle norwegischen DNT-Hütten) nur an Mitglieder herausgegeben wird. Eine Mitgliedschaft lohnt sich ab einer Woche jedoch für alle, da dann die Übernachtungsgebühr deutlich günstiger ist. Die Bezahlung (auch die der Lebensmittel) erfolgt auf Vertrauensbasis in einem vorbereiteten Briefumschlag. Es lohnt sich, Lebensmittel teilweise selbst mitzunehmen, da die Vorräte nicht immer vollständig sind, teilweise nur in Dosen verfügbar und alles recht teuer ist.
ÖPNV: Gute Verbindungen von Oslo nach Lillehammer und Nordsaeter bzw. zurück nach Ringebu und Oslo, trampen möglich.
Besonderheiten: Der Lillehammer-Rondane-Stien geht noch zwei Tage weiter direkt an den Fuß des Rondane-Nationalparks mit seinen über 2000 m hohen schneebedeckten Bergen. Das Ende befindet sich im Ort Mysuseter. Dort wollten wir ursprünglich hin.
Parallel zum Lillehammer-Rondane-Stien (und viele weitere Kilometer Richtung Norden) verläuft die berühmte Troll-Loipe, eine offensichtlich wunderschöne Wintertour. Dann sind die Hütten in der Regel auch gut belegt.
Die Stadt Oslo bietet entweder am Anfang oder am Ende einer Reise nach Norwegen vielfältige kulturelle Möglichkeiten. Insbesondere die Museumshalbinsel Bygdoy mit dem Polarschiff Fram, dem Floß Kon Tiki und dem Papyrus-Boot Ra des Norwegers Thor Heyerdal sowie einem Wikinger-Museum und vielen weiteren Sehenswürdigkeiten ist sehr lohnenswert.
Adressen:
Den Norske Turistforening - Storgata 3 - Oslo (5 Minuten vom Hauptbahnhof entfernt)
www.turistforeningen.no - email: info@turistforeningen.no
Reise- und Wanderführer - Land- und Wanderkarten:
Norwegen - Michael-Müller-Verlag
Norwegen Süd - Die schönsten Tal- und Höhenwanderungen - Rother Wanderführer
Landkarte Skandinavien 1: 1 000 000 - Kümmerly+Frey
Wanderkarte 1:50 000 Oyer-Lillemammer
Wanderkarte 1:50 000 Ringebu
Wanderkarte 1:50 000 Rondane Sor
Ergänzende Literatur:
Thor Heyerdal: Kon Tiki
Jostein Gaarder: Hallo, ist da jemand?
Erik Fosnes Hansen: Choral am Ende der Reise
Alan Gurney: Der weiße Kontinent
Stand: Juli 2004
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