Schweiz | Reisebericht - Tipps - Informationen:
Berner Oberland - Berner Haute Route
Engadin - Unter- und Oberengadin
Montafon | Silvretta | Unterengadin

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Berner Oberland - Berner Haute Route

Auszüge aus dem Reisetagebuch

Der Treffpunkt für das Gletscher-Trekking ist auf dem Jungfrau-Joch (3454m). So hoch sollten wir in den kommenden Tagen nur noch einmal kommen. Die Gruppe (20 Teilnehmer/innen mit zwei Bergführern) stellt sich kurz vor und schon sind wir in zwei Gruppen eingeteilt, angeseilt und es geht bergab auf den Jungfraufirn in Richtung Konkordia-Platz. Schnell braut sich am Himmel etwas zusammen und es gewittert sogar, was den Bergführern verständlicherweise gar nicht gefällt. Nass und teilweise durchgefroren erreichen wir den Fuß der Konkordia-Hütte. Diese riesig große ebene Gletscherfläche mitten im UNESCO-Weltkulturerbe Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn stellt den höchsten Punkt des größten Gletschers der Alpen dar, des Aletschgletschers. Bevor wir die warme Hütte erreichen, müssen wir noch viele, viele steile Stufen auf in den Fels gerammten Eisentreppen emporsteigen. Der Gletscher hat sich in den letzten 100 Jahren sehr offensichtlich zurückgezogen, sodass viele Hütten, die einst am Gletscherrand standen, mittlerweile nur noch mit Treppen, Leitern oder auf steilen Steigen zu erreichen sind. 

Am nächsten Morgen ist strahlend blauer Himmel und Johannes und ich stapften am Seil, wieder in zwei Gruppen eingeteilt, nach Osten Richtung Grünhornlücke und weiter zur Finsteraarhorn Hütte am Fuße des gleichnamigen und höchsten Gipfels im Berner Oberland. So langsam gewöhnen wir uns an die Tatsache, dass Schweizer Deutsch mit Hochdeutsch sehr wenig gemeinsam hat und wir als einzige Nicht-Schweizer in dieser Gruppe in Gesprächen uns sehr konzentrieren müssen, um nur eine Ahnung vom Gesprächsthema zu bekommen. Für mich als Süddeutsche ist das ein klein wenig einfacher als für den Norddeutschen Johannes. 

Ein Höhepunkt der Tour ist die morgendliche Besteigung des Oberaarhorns (3631m) oberhalb der Oberaarjoch Hütte. Es ist noch dunkel, als wir mit Taschenlampen an der Stirn die Blockfelsen hinter der Hütte hinter uns lassen. Kurz unter dem Gipfel geht die Sonne auf und beleuchtet am klaren Himmel die umliegenden Gipfel in einem zauberhaften Licht. Ganz in der Ferne sehen wir sogar die Felspyramide des Matterhorns. 

Allgemeine Informationen

Charakter: Die Berner Haute Route ist eine hochalpine Gletscherwanderung über ausgedehnte Gletscher, aber ohne technische Schwierigkeiten, zwischen 2165m und 3454m gelegen.

Wanderroute mit vier Übernachtungen: Ausgangspunkt Jungfraujoch - Konkordia-Hütte - Finsteraarhorn Hütte - Oberaarjoch Hütte - Grimselpass - Endpunkt Belvedere am Rhonegletscher

Hütten: Hütten des Schweizer Alpenclub (SAC); Reservierung unbedingt erforderlich;

ÖPNV: Zug- bzw. Busverbindung nach Grindelwald und zurück vom Belvedere nach Andermatt

Besonderheiten: Wir haben die Wanderung mit Bergführern der Bergschule Uri aus Andermatt gemacht. 
Ein - für das Berner Oberland - kleiner Gipfel war auch dabei: das Oberaarhorn mit 3631m, siehe Beschreibung oben. 
In Grindelwald gibt es eine schöne Jugendherberge in bester Lage, direkt gegenüber der Eiger-Nordwand. 

    Adressen: Bergschule Uri - www.bergschule-uri.ch
    Kleine Bergsteigerschule unseres Bergführers Peter Schoch - www.bergvagabund.ch
    Schweizer Alpenclub SAC - www.sac.ch
    Schweizer Bundesbahn SBB - www.sbb.ch
    Wanderinfos für die Schweiz - www.wandersite.ch

    Reise- und Wanderführer - Land- und Wanderkarten:
    Kümmerley + Frey-Wanderkarte Jungfrau-Region / Thuner- und Brienzer See, 1:60 000, Nr. 18
    Walter Pause: Alpine Höhenwege von Hütte zu Hütte Band 1 - Büchergilde Gutenberg
    Wanderführer Berner Oberland West - Bergverlag Rother
    Wanderführer Berner Oberland Ost - Bergverlag Rother

    Ergänzende Literatur:
    Christopher Burns: Die Eiswand - Roman einer Erstbesteigung (es geht um die Eiger-Nordwand)

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    Engadin - Unter- und Oberengadin

    Auszüge aus dem Reisetagebuch

    Vor ein paar Tagen hat es noch bis in Höhen um 1500 m geschneit. Wir sind gespannt und etwas besorgt, was uns erwartet. Johanna vom Bodensee, Gernot und Ecki aus Berlin, Rüdiger und ich aus Hamburg sind wie jedes Jahr (jedes Jahr aber in etwas anderer Besetzung) Anfang September eine Woche gemeinsam unterwegs. Wir treffen uns an der Jamtalhütte, oberhalb von Galtür, in der Silvretta gelegen. Das Wetter stimmt uns optimistisch.

    Abgesehen vom fast durchgehenden Nieselregen am ersten richtigen Wandertag, wird in den kommenden Tagen nur noch die Sonne vom Himmel brennen. Unser Aufstieg durch teilweise knietiefen Schnee zur Schweizer Grenze am Pass Futschöl ist dann schnell vergessen. Heute müssen wir uns die Landschaft vor unserem inneren Auge aber noch vorstellen. Viel zu sehen gibt es nicht. Die nassen Felsen an der Furcletta bringen wir noch hinter uns und genießen dann den netten und vor allem trockenen Hüttenabend auf der Tuoi-Hütte unterhalb des Piz Buin. 

    Der Montag - erst unser dritter Tag in den Bergen - bleibt in nicht ganz so guter Erinnerung. Zwar ist herrlichstes Wetter. Auch die Wege sind großartig, nur insgesamt etwas zu weit. Bei der Mittagspause im lieblichen Val Lavinuoz haben wir gerade mal die Hälfte der Tagesstrecke hinter uns. Eine Scharte mit 2752m (von hier aus gute 700 Höhenmeter) liegt vor uns und dann der weite Abstieg zum Berghaus Vereina. Die Blockfelsen zum schneebedeckten Pass sind des einen Freud, des anderen Leid. Jedenfalls braucht solch ein Aufstieg seine Zeit. Der geröllbedeckte Gletscher auf der anderen Seite der Scharte ebenso. Nach 9 1/2 Stunden reiner Gehzeit und rund 1100 m bergauf bei 1400m bergab sind wir alle mehr oder weniger platt. Zum Glück ist das Essen im privaten Berghaus Vereina sehr lecker und auch die Betten ermöglichen eine wohlverdiente Nachtruhe.

    Was nun kommt, ist eigentlich nicht mehr zu toppen. Grandiose Höhenwege, spektakuläre Ausblicke auf Gipfel, tolle Täler, Arvenwälder, bestes Spätsommerwetter und keine zu langen Etappen mehr. Die Planerin der Tour bekommt ab heute nur noch Lob.

    Alleine wandere ich drei Tage im Grenzgebiet Schweiz-Italien. Die meiste Zeit begegne ich keinem Menschen. Auf der Lischana-Hütte hoch über Scuol sind nur drei Gäste. Am Abend glitzern die Lichter des Ortes, der rund 1300 m tiefer liegt. Vor ein paar Tagen lag ich hier im Whirlpool des wunderbaren Thermalbads und guckte zur Lischana-Hütte hinauf. Nun sitze ich vor der Hütte und gucke auf das Bad hinunter. Ein steiler Abstieg steht mir morgen bevor.

    Allgemeine Informationen

    Charakter: Route I ist eine alpine bis hochalpine Wanderung mit grandiosen Höhenwegen und aussichtsreichen Pässen, zwischen 1584m und 2871m gelegen. Teilweise sind die Etappen lang und anstrengend. Anfang September war die Route wenig begangen. Route II ist auf der schweizer Seite überwiegend einsam. Dafür gilt der Abschnitt Uina-Schlucht – Sesvenna-Hütte als Mountainbike-Alpenüberquerungsetappe und ist daher ziemlich voll.

    Wanderroute I
    mit sieben Übernachtungen: Ausgangspunkt Galtür - Jamtalhütte - Tuoi Hütte - Berghaus Vereina - Grialetsch Hütte - Kesch Hütte - Esch Hütte - Endpunkt Bever 

    Wanderroute II mit zwei Übernachtungen: Ausgangspunkt S-charl – Sesvenna-Hütte – Lischana-Hütte –Endpunkt Scuol

    Hütten: Hütten des Deutschen Alpenverein DAV und Schweizer Alpenclub (SAC); Reservierung sehr erwünscht! 

    ÖPNV: Zug- bzw. Busverbindung nach Landeck und Galtür und zurück von Bever (bei St. Moritz) nach Chur und Basel

    Besonderheiten: Die letzte geplante Hüttenübernachtung auf der ersten Tour (Jenatsch-Hütte) war nicht mehr möglich (wegen Wassermangel bereits geschlossen). Deshalb stiegen wir nach Bever ab (Übernachtung im Touristenlager) und besichtigten am nächsten Morgen das kleine Engadiner (Museums)-Dorf Guarda im Unterengadin, zwischen Lavin und Ardez. Die Sicht von der Sonnenterasse eines Cafés auf die Berge war grandios, der Gang durch die engen Gassen, an den typisch engadinisch bemalten Häusern vorbei, sehr eindrucksvoll. 

      Reise- und Wanderführer - Land- und Wanderkarten:
      Kümmerley + Frey-Wanderkarte Unterengadin 1:60 000, Nr. 14
      Kümmerley + Frey-Wanderkarte Oberengadin 1:60 000, Nr. 28
      Walter Pause: Alpine Höhenwege von Hütte zu Hütte Band 1 - Büchergilde Gutenberg

        Ergänzende Literatur:
        Die Geschichten des Schellen Ursli - Orell Füssli Verlag


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        Montafon | Silvretta | Unterengadin

        Auszüge aus dem Reisetagebuch

        Aufstieg zur Tübinger Hütte auf 2191 m. Die vielen Heidelbeeren verhindern ein vorankommen. Und überall pfeifen die Murmeltiere.

        Regen am Morgen, die Saarbrückener Hütte ist dich verhangen. Kurz unterhalb des Litznersattel sehen wir von Ferne einen Steinbock. Endlich, zur Mittagspause hat es aufgehört zu regnen. Wir steigen durch das Klostertal hinauf zur Roten Furka auf 2688 m gelegen und werden überrascht von einer großartigen Sicht auf den Silvretta-Gletscher. Die nahe gelegene Silvretta-Hütte lässt keine Wünsche übrig. Super Essen, schöne Zimmer, tolle Lage, nette Leute. Wir bleiben zwei Nächte.

        Super Sicht, super Wetter, früher Frühstück, früher Abstieg. Die letzte Nacht verbringen wir in der ehrenamtlich bewirtschafteten Linard-Hütte am Fuße des höchsten Berges des Unterengadin. Die Hütte ist klein und voll und dennoch sind wir sehr zufrieden.

        Allgemeine Informationen

        Charakter: alpine Wanderung durch einsame Täler, sehr vielseitige Eindrücke, immer wieder Ausblicke auf Gletscher; Übernachtung in überwiegend richtig netten Hütten; Wanderung zwischen 980 und 2800 m gelegen

        Wanderroute mit sechs Übernachtungen: Ausgangspunkt Gaschurn – Tübinger Hütte – Saarbrückener Hütte – Silvretta-Hütte (2 Nächte) – Berghaus Vereina – Linard-Hütte - Endpunkt Lavin

        Hütten: Alpenverein (DAV und SAC) sowie privat

        ÖPNV: Bus- bzw. Zugverbindungen in alle Täler

        Reise- und Wanderführer - Land- und Wanderkarte:
        Kompass-Wanderkarte - 1:50 000 – Davos – Arosa – Prättigau – Klosters Nr. 113
        Kompass-Wanderkarte – 1:50 000 Silvretta – Verwallgruppe Nr. 41
        Kümmerly+Frey Wanderkarte 1:60 000 Unterengadin, Nr. 14Walter
        Pause: Alpine Höhenwege von Hütte zu Hütte Band 1 - Büchergilde Gutenberg

        Ergänzende Literatur: Die Geschichten des Schellen Ursli - Orell Füssli Verlag



        Stand: September 2007



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